In letzter Sekunde: Can rettet BVB per Elfmeter den Sieg

Nach einer turbulenten zweiten Hälfte sicherte sich Borussia Dortmund nach verspieltem 2:0-Vorsprung gegen den FC St. Pauli in der Nachspielzeit doch noch einen knappen Erfolg.
Torschütze und Vorbereiter: Karim Adeyemi (2.v.li.) der Julian Brandt (#10) das 1:0 für den BVB auflegte, beglückwünscht seinen Abnehmer.
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Bei Dortmund rotierte Niko Kovac nach dem 3:0 gegen Werder Bremen gleich auf fünf Positionen: Statt Süle, Yan Couto, Beier, Chukwuemeka (alle Bank) und Sabitzer (Wadenprobleme) begannen Can, Svensson, Bellingham, Brandt und Adeyemi. Guirassy, der gegen Werder als Joker getroffen hatte, saß damit zunächst erneut auf der Bank.
Alexander Blessin nahm nach dem 1:2 beim VfL Wolfsburg bei St. Pauli dagegen nur einen Wechsel vor. Statt Jones (Bank) begann Kaars.
Osmers revidiert Handelfmeter
Erwartungsgemäß hatte Dortmund in der Anfangsphase mehr Ballbesitz, vermochte es zunächst allerdings nicht, gute Chancen herauszuspielen. In der 12. Minute half St.-Pauli-Torhüter Vasilj allerdings mit einer zu kurzen Abwehr noch vorne ein wenig mit: Brandt kam so zu Abnahme, doch Wahl klärte vor dem verwaisten Tor.
Wer danach aber mit einem Sturmlauf der Westfalen gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Zunächst gab es sogar Handelfmeter für den FCSP, doch diese Entscheidung wurde vom Unparteiischen-Gespann um Referee Osmers revidiert. Fabio Silva hatte einen Schuss von Kaars im Strafraum nicht mit dem abgespreizten linken Arm, sondern dem angelegten rechten berührt (18.).
Bundesliga – 18. Spieltag
Dortmund legt nach, FCSP kontert
Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte gestaltete sich das Geschehen überraschend ausgeglichen. Auf einen nur knapp am Tor vorbeigeschlenzten Freistoß von Brandt (26.) antwortete St. Pauli mit einer Chance für Pereira Lage, der aus kurzer Distanz an Kobel scheiterte (27.). Mehr tat sich zunächst nicht – bis in die Nachspielzeit. Denn dann brachte Brandt nach Assist von Adeyemi den BVB doch noch in Führung (45.+1).
Torschütze James Sands (li.) und Flankengeber Eric Smith freuen sich über den Anschlusstreffer des Außenseiters.
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Nach Wiederbeginn erhöhte die zuvor etwas zaghafte Borussia das Tempo. Gerade Adeyemi war nun kaum mehr zu stoppen – und erzielte in der 54. Minute nach kluger Vorarbeit von Brandt und Fabio Silva das 2:0. Mitten in die starke Phase der Hausherren gelang ein wenig aus dem Nichts der Anschlusstreffer: Sands köpfte nach Smith-Ecke ein (62.).
Jones wird zum tragischen Helden
Und damit noch nicht genug. Elf Minuten später war es erneut eine Standardsituation die den Norddeutschen sogar den Ausgleich bescherte. Diesmal war es Joker Jones – erst in der 64. Minute eingewechselt -, der nach erneuter Smith-Standardsituation sehenswert volley einschoss (72.).
Danach sah es lange danach aus als könnte der FCSP, wie schon beim 3:3 im Hinspiel, einen Punkt gegen die Borussia entführen. Doch bereits tief in der Nachspielzeit gab es nach einem VAR-Eingriff noch Elfmeter für Dortmund, nachdem Jones Beier auf der Strafraumlinie im Zweikampf getroffen hatte. Osmers hatte erst auf Freistoß entschieden. Den daher fälligen Elfmeter verwandelte Can abgebrüht – und entschied die Partie damit für den BVB (90.+6).
Bereits am Dienstag (21 Uhr) spielt Borussia Dortmund in der Champions League bei Tottenham Hotspur. In der Bundesliga geht es für den BVB am Samstag (18.30 Uhr) bei Union Berlin weiter. St. Pauli tritt am Freitag (20.30 Uhr) zu Hause im Stadtderby gegen den Hamburger SV an.




