Olympia-News im Live-Blog: Ski-Star rastet nach Slalom-Drama aus

- 14:55 Uhr: ➤ Ski-Star rastet nach Slalom-Drama aus
- 13:50 Uhr: Lochner vor erstem Olympia-Gold
- 11:52 Uhr: Etliche Ausfälle: Chaos-Slalom auf der Stelvio
- 10:40 Uhr: Eishockeyspieler Fiala erleidet Brüche im Unterschenkel
- 09:05 Uhr: US-Profi verspottet Eishockey-Star Draisaitl
- 06:25 Uhr: Ski-Akrobatin Weiß spricht über finanzielle Sorgen
➤ Ski-Star rastet nach Slalom-Drama aus
Was für ein Drama beim Olympia-Slalom der Männer! Atle Lie McGrath, Führender nach dem ersten Durchgang, fädelte im zweiten Durchgang bereits nach kurzer Zeit ein und schied damit aus. Der Medaillentraum war damit von einer Sekunde auf die andere geplatzt.
Atle Lie McGrath gab seine Slalom-Medaille durch einen kleinen Fehler aus der Hand.
© IMAGO/Bildbyran/VEGARD GRØTT
Anschließend rastete der Norweger aus, er schleuderte seine Skistöcke weg und stapfte von der Piste in Richtung eines Waldstücks. “Und weg, ganz schnell weg”, sagte ARD-Kommentator Bernd Schmelzer während der Übertragung. “Er ist komplett durch. Wahnsinn, er läuft immer noch. Was für ein Bild! Das tragischste Bild dieser Spiele, das ich bislang gesehen habe”, sagte Schmelzer.
An einem Fangzaun ließ sich McGrath dann sichtlich mitgenommen in den Schnee fallen. Minuten später wurde er von einem Streckenposten schließlich in den Zielbereich gebracht.
Gold sicherte sich der Schweizer Loic Meillard, Silber ging an Fabio Gstrein aus Österreich, McGraths Landsmann Henrik Kristoffersen gewann die Bronzemedaille. (ms)
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Die weiteren Olympia-News vom 16. Februar:
Lochner vor erstem Olympia-Gold
Johannes Lochner greift zum Abschluss seiner 15-jährigen Bob-Karriere nach seinem ersten Olympia-Gold. Vor den beiden abschließenden Läufen im Zweierbob an diesem Dienstag hat der Weltcup-Gesamtsieger aus Berchtesgaden satte 0,80 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Francesco Friedrich, der mit Alexander Schüller fährt. Der in Lauf eins auf Platz zwei gefahrene Adam Ammour fiel mit Alexander Schaller auf Rang drei zurück.
Mit seinem bärenstarken Anschieber Georg Fleischhauer fuhr Lochner gleich im ersten Lauf Start- und Bahnrekord und nahm dem viermaligen Olympiasieger Friedrich schon 0,48 Sekunden ab – eine Welt im Bobsport. Selbst das dritte deutsche Duo Ammour/Schaller war vier Hundertstelsekunden schneller als Friedrich/Schüller.
Im zweiten Lauf touchierte Friedrich erneut mehrere Banden und konnte somit seine Aufholjagd auf Lochner nicht starten. Zumindest reichte es für Platz zwei, da Ammour gleich mehrfach im Eislabyrinth quer stand. “Wir haben alles versucht, aber Hansis Set-up läuft einfach wahnsinnig gut”, sagte Friedrich, der kaum noch Hoffnungen auf Gold hat: “Das Rennen ist erst nach vier Läufen zu Ende. Die Bahn hat es in sich, man hat es gesehen. Wir können am Material noch irgendwas machen, aber das wird jetzt keine acht Zehntel ausmachen.” (dpa/bearbeitet von ms)
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Etliche Ausfälle: Chaos-Slalom auf der Stelvio
Der Slalom der Männer bei den Olympischen Winterspielen auf der berühmt-berüchtigten Stelvio in Bormio entwickelte sich bei dichtem Schneetreiben innerhalb kürzester Zeit zu einem echten Chaos-Rennen.
Von den ersten 25 Startern kamen zehn bei schwierigen Sichtverhältnissen gar nicht erst im Ziel an – unter ihnen auch Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen aus Brasilien und der Österreicher Manuel Feller. Auch Paco Rassat aus Frankreich, ebenfalls ein Medaillenkandidat, schied aus – ebenso wie etliche weitere Topfahrer.
Beim Slalom der Männer herrschten schwierige Bedingungen.
© IMAGO/NTB/Cornelius Poppe
Die Organisatoren verkürzten die Startabstände und strichen die Pausen, um überhaupt noch im Zeitplan zu bleiben. Insgesamt waren 96 Athleten für den ersten Slalom-Durchgang gemeldet.
Bei den hinteren Startnummern kam kaum noch ein Fahrer durch. Diejenigen, die unten im Ziel ankamen, wurden von den Fans gefeiert – ganz egal, mit welcher Zeit.
Am Ende des ersten Durchgangs schafften es nur 46 der 96 Starter in die Wertung. Der Norweger Atle Lie McGrath führt nach dem ersten Durchgang, hinter ihm lauern der Schweizer Loic Meillard (+ 0,59 Sekunden) und der Österreicher Fabio Gstrein (+ 0,94 Sekunden). Die deutsche Hoffnung Linus Straßer hat mit einem Rückstand von 2,35 Sekunden ordentlich Verspätung, kann aber aufgrund der Ausfallquote noch hoffen. Der zweite Durchgang startet um 13:30 Uhr. (ms/ank)
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Straßer im Schneetreiben von Bormio weit zurück
Skirennfahrer Linus Straßer hat im olympischen Slalom nur noch geringe Chancen auf eine Medaille. Der WM-Dritte geht mit 1,41 Sekunden Rückstand auf die Podestplätze ins Finale (13:30 Uhr). Im ersten Durchgang lag der Münchner damit zwischenzeitlich auf Rang zwölf. “Es ist nicht einfach, Kurssetzung, Sicht, der Hang. Du könntest mich noch zehnmal runterfahren lassen, ich wüsste nicht, ob ich schneller fahren könnte. Es ist immer so ein bisschen frustrierend, solche Rennen”, sagte Straßer im ZDF.
Ski-Ass Linus Straßer beim Slalom.
© IMAGO/NTB/Cornelius Poppe
Die Bestzeit fuhr bei dichtem Schneefall und schwierigen Sichtverhältnissen in Bormio der Norweger Atle Lie McGrath – er war 2,35 Sekunden schneller als Straßer. Zweiter ist zur Halbzeit der Schweizer Weltmeister Loic Meillard (+0,59), Dritter überraschend der Österreicher Fabio Gstrein (+0,94).
McGrath profitierte angesichts der äußeren Umstände auch von seiner frühen Startnummer eins. Zahlreiche Topfahrer hatten Probleme. Der für Brasilien startende Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen etwa schied aus – genau wie der Franzose Paco Rassat und der Finne Eduard Hallberg, zwei Entdeckungen der laufenden Saison. Auch der französische Titelverteidiger Clement Noel liegt als Siebter schon 1,96 Sekunden hinter McGrath.
Auch die Winterspiele in Norditalien drohen aus deutscher Sicht damit ohne eine einzige Männer-Einzelmedaille zu Ende zu gehen. (dpa/bearbeitet von ms)
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Eishockeyspieler Fiala erleidet Brüche im Unterschenkel
Eishockey-Star Kevin Fiala von den Los Angeles Kings hat bei Olympia mehrere Brüche im linken Unterschenkel erlitten. Der 29 Jahre alte Stürmer der Schweizer Nationalmannschaft wurde in Mailand operiert, wie sein NHL-Club mitteilte. Fiala wird den Rest der NHL-Hauptrunde, die am 16. April endet, verpassen.
“Nicht das Ende, das ich mir für meine erste Olympiade vorgestellt habe. Vielen Dank an alle, dass ihr euch gemeldet habt. Ich schätze die Unterstützung wirklich. Größtes Glück für mein Team Schweiz, holt sie euch!”, schrieb Fiala auf Instagram zu einem Bild aus dem Krankenhaus.
Fiala war im olympischen Eishockey-Turnier bei der 1:5-Niederlage am Freitagabend gegen Kanada mit Tom Wilson von den Washington Capitals zusammengeprallt. Danach musste er auf einer Trage liegend vom Eis gefahren werden.
“Es tut mir furchtbar leid. Ich sende ihm und seiner Familie meine besten Wünsche, ich bete für ihn. Man möchte nie, dass ein Spieler ausfällt, vor allem nicht bei so einem Turnier. Das ist bitter für das Land und die Mannschaft”, sagte Wilson. (dpa)
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US-Profi verspottet Eishockey-Star Draisaitl
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft erlebte im Vorrundenspiel gegen die USA einen Abend zum Vergessen, am Ende verloren Superstar Leon Draisaitl und Co. mit 1:5.
Auch Leon Draisaitl konnte gegen die USA nur wenig ausrichten.
© Getty Images/RvS.Media/Monika Majer
Im zweiten Drittel stichelte US-Stürmer Matthew Tkachuk dann gegen Draisaitl: Als beide Spieler in der Nähe der Bande aufeinandertrafen, rief Tkachuk Draisaitl deutlich hörbar zu: “Immer nur die Brautjungfer, eh, Leon? Immer nur die Brautjungfer, nie die Braut.”
Hintergrund der Provokation: Tkachuk spielte damit wohl auf die Aufeinandertreffen auf Klubebene in der Vergangenheit an. In den letzten beiden Finalserien um den Stanley Cup gewannen die Florida Panthers von Tkachuk jeweils gegen Draisaitls Edmonton Oilers. Und auch im Olympia-Duell blieb Draisaitl nur die Nebenrolle der “Brautjungfer”. (ms)
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Ski-Akrobatin Weiß spricht über finanzielle Sorgen
Mit wirtschaftlichen Sorgen und angetrieben vom Glauben an Gott geht Emma Weiß in ihre zweiten Olympischen Winterspiele. Bei den Aerials gilt die 26-Jährige aus deutscher Sicht als Einzelkämpferin und spürt das auch bei der Förderung. “Ich muss mich nach wie vor komplett selbst finanzieren”, sagte Weiß im deutschen Teamhotel in Livigno. Am Dienstag (10:45 Uhr) startet die Schwäbin in die Qualifikation, die sie 2022 in Peking nicht überstand. Im Gesamtweltcup liegt sie derzeit auf dem 13. Rang.
Ski-Freestylerin Emma Weiß.
© IMAGO/Eibner-Pressefoto/Franz Feiner
Sie kümmere sich um die Sponsoren-Akquise und -Betreuung sowie die Reiseplanung und -organisation. “Eine Saison ist auch gar nicht so billig, wir reden da von circa 70.000 Euro – das muss erst mal reinkommen”, erklärte Weiß, die zumindest auf die Unterstützung durch die Sporthilfe bauen kann. “Aber das deckt gerade einmal einen Bruchteil von dem ab, was ich brauche. Eigentlich muss ich in diesem Jahr von irgendwoher noch ein bisschen Geld kriegen, sonst gehe ich mit einem Minus raus.”
Stärke zieht die Ski-Akrobatin seit zwei Jahren aus einem persönlichen Erlebnis, wie sie erzählte: “Ich hatte eine Gottesbegegnung an Pfingsten, seitdem bin ich für Gott unterwegs, versuche die Bühne zu nutzen, um von ihm erzählen zu dürfen, weil ich seine Liebe und seine Gnade spüren durfte, die einfach nicht von dieser Welt ist.”
Der olympische Aerials-Wettbewerb ist eine Disziplin des Freestyle-Skis, bei der die Athletinnen und Athleten über eine steile Schanze springen und in der Luft mehrere Saltos und Schrauben zeigen. Bewertet werden der Absprung, die Ausführung der Tricks in der Luft sowie die Landung, wobei Schwierigkeit und Sauberkeit eine große Rolle spielen. (dpa)
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ARD: “Großartige Publikumsresonanz auf allen Kanälen”
Die ARD hat ein überaus positives Zwischenfazit der Olympia-Übertragungen aus Mailand und den italienischen Alpen gezogen. “Wir freuen uns sehr über die bisher wirklich großartige Publikumsresonanz für unsere Angebote zu den Olympischen Winterspielen 2026 auf allen Kanälen”, teilte der Bayerische Rundfunk, der zusammen mit dem MDR federführend für das ARD-Olympiaprogramm ist, auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) mit.
Für die bislang höchste Einschaltquote im Ersten sorgte der Bronzelauf der Rodler Tobias Wendl/Tobias Arlt im Doppelsitzer am vergangenen Mittwoch mit 6,77 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern. Damit schlug Olympia sogar König Fußball, das Viertelfinale im DFB-Pokal am selben Abend zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig stieß auf geringeres Interesse. Ebenfalls eine starke Quote mit mehr als sechs Millionen Zuschauern erzielte der Goldsprung von Philipp Raimund von der Normalschanze.
Die größten Marktanteile hatten die stets beliebten Biathleten: Der Sprint der Männer am vergangenen Freitag kam auf 41,8 Prozent, dicht gefolgt vom Sprint der Frauen am Samstag mit 41,0 Prozent. “Was die Marktanteile betrifft, bewegen sich die Übertragungen aus Mailand und Cortina auf einem ähnlich hohen Niveau wie vor vier Jahren aus Peking”, teilte die ARD mit, ein Reichweitenvergleich ist wegen der unterschiedlichen Zeitzonen schwierig.
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Neben dem Angebot im linearen Fernsehen nehmen die Spiele auch im Streaming und bei Social Media immer mehr Raum ein. “Die Zwischenbilanz 2026 fällt bisher sehr eindrucksvoll aus”, heißt es in der Stellungnahme: “Gut 35 Millionen Livestream-Aufrufe in der ARD Mediathek und auf sportschau.de wurden in der ersten Olympia-Woche gemessen, hinzu kamen noch einmal über 10 Millionen Videoaufrufe von Zusammenfassungen, Analysen, Siegerehrungen und Athletenstimmen.” (SID/bearbeitet von ms)
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Frühere Olympia-News zum Nachlesen:
Mehr Informationen zu Olympia 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo:
Mit Material von dpa, SID und AFP




