Neuanfang nach der Bundesliga-Relegation: Der VfL Wolfsburg auf dem Weg zum Reset

Die teuersten Spieler des VfL: Konstantinos Koulierakis (2. v. l.) und Mohamed Amoura (2. v. r.).
Quelle: Imago / Christian Schroedter
Dieter Hecking darf das. Vor dem Relegationshinspiel heute, 20.30 Uhr (Sat.1), gegen den SC Paderborn hat der Routinier den Finger in viele Wunden gelegt.
“Du musst auch mal leiden können. Wir müssen uns wehren und Haltung zeigen”, sagt der Cheftrainer eines Vereins, der sich in der Bundesliga tüchtig verdribbelt hat: Abstiegskampf statt europäischer Fußball, Häme statt Anerkennung. Hecking macht kein Geheimnis daraus, dass der VfL Wolfsburg von seinem Weg abgekommen ist.
Der VfL Wolfsburg hat sich gerettet – vorläufig. Mit dem 3:1-Sieg beim FC St. Pauli sichern sich die Wölfe den Relegationsplatz und schießen die Hamburger in die Zweite Liga.
18.05.2026 | 10:24 min
Krösus am Abgrund
Die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH, ein millionenschweres Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns, soll gute Laune verbreiten. “Arbeit, Fußball, Leidenschaft” – dieser Claim verspricht etwas, das gut klingt, aber unter einer Tücke leidet.
Trotz teurer Neuzugänge aus aller Welt taumelt der VfL Wolfsburg am Abgrund zur 2. Liga entlang. Um dem VfL Wolfsburg ein neues Fundament und ein sympathischeres Gesicht geben zu können, ist ein Reset in Vorbereitung – unabhängig von der Frage, ob das zweiteilige Kräftemessen gegen Zweitligist Paderborn gewonnen wird.
Neid und Häme für den VfL Wolfsburg
Das Kuriosum, dass eines der teuersten Teams im deutschen Profifußball zum dritten Mal nach 2017 und 2018 Relegationsspiele bestreiten muss, sorgt für bundesweiten Spott. “Es ist vielleicht auch ein bisschen Neid”, sagt Hecking, wenn er auf das Image des VfL Wolfsburg angesprochen wird.
Ihm ist bewusst: Die Akzeptanz einer Fußballfirma, die aufgrund ihres hohen Budgets chronisch kritisch betrachtet wird, hat stark gelitten.
Der SC Paderborn erreicht mit einem Sieg in Darmstadt den dritten Tabellenrang und lässt Hannover hinter sich. Die Ostwestfalen spielen nun gegen den VfL Wolfsburg in der Relegation.
18.05.2026 | 7:37 min
Nach der Trennung vom erfolglosen Geschäftsführer Peter Christiansen wird ein neuer Leitwolf gesucht, der alles anders ausrichtet. Hecking wäre nicht abgeneigt, diese Vordenkerrolle zu übernehmen. Auch wird seit Wochen über eine Rückkehr von Marcel Schäfer, langjähriger Kapitän des VfL und aktuell Geschäftsführer von RB Leipzig, spekuliert.
Über allem steht: Die Werte und die Strategie des VfL kommen auf den Prüfstand.
Kritik kommt beim VfL auch von innen
Die sportliche Not wirft in Wolfsburg grundlegende Fragen auf. Wofür steht der Verein? Was will er sein und erreichen? Mit den Hecking-Vorgängern Paul Simonis und Daniel Bauer konnten keine Antworten darauf gefunden werden.
Bauer hatte öffentlich eingestanden, dass er die Struktur und Atmosphäre des VfL Wolfsburg für nicht bundesligatauglich hält.
Zu viele Angriffsflächen
In der Debatte darüber, was denn die Aufgabe der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH sei, hat sich zuletzt deren Kontrollgremium zu Wort gemeldet. “Bundesliga-Fußball bei den Frauen und Männern ist ein wichtiger Faktor für Lebensqualität”, findet Sebastian Rudolph, der Vorsitzende des Aufsichtsrats.
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18.05.2026 | 11:25 min
Seine Aufgabe im Auftrag von VW ist es, einen Weg für Verein, Fans und Spieler zu ebnen, der weniger öffentliche Angriffsflächen bietet.
Viel Geld, wenig Ergebnis
Der Quervergleich mit dem SC Paderborn und dessen bescheidenen Möglichkeiten erinnert daran, was in Wolfsburg auf dem Spiel steht. Einerseits steht VW zu seinem Engagement für den VfL, dessen Spieleretat aktuell auf rund 80 Millionen Euro geschätzt wird.
Andererseits ist allen Beteiligten klar: Mitten in der Krise der Automobilindustrie und von VW ist es nicht mehr vermittelbar, so viel Geld für so wenig Ergebnis auszugeben.
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