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Das Interview mit Marcell Jansen

Was muss der HSV machen, um langfristig Bundesligist zu bleiben?
„Die Transformation der vergangenen sechs, sieben Jahre war notwendig und richtig. Der HSV hat sich sportlich stabilisiert, wirtschaftlich komplett gesundet und jedes Jahr um den Aufstieg gespielt. Gleichzeitig hat der Verein aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und sich deutlich nachhaltiger entwickelt. Entscheidend war dabei auch die enorme Unterstützung der Fans und Mitglieder, die diesen Weg immer mitgetragen haben. Dadurch konnte der Wandel gelingen. Heute steht der HSV wieder auf einem starken Fundament und genau dort, wo er hingehört. Mit diesen Voraussetzungen muss es das Ziel sein, in den kommenden Jahren wieder eine feste Rolle in der Bundesliga zu spielen. Dafür braucht es Ruhe, Kontinuität und kluge Entscheidungen, vor allem im Vorstand und bei Transfers.“

Nach einer schwierigen Vorbereitung hatte man den Eindruck, dass der HSV gute Last-Minute-Transfers mit Vuskovic, Vieira & Co. gemacht hat. Jetzt wird im Winter nochmal nachgelegt.
„Der HSV steht aktuell zurecht auf Platz 14, also nicht auf einem Abstiegsplatz – aber auch nicht weit weg davon. Wenn sie den bis zum Ende halten, haben sie alles richtig gemacht. Sie haben im Sommer sehr gute Transfers getätigt. Vuskovic, Vieira und Lokonga geben dem Team Stabilität und Qualität. In den Heimspielen war der HSV bisher stark. Es wird die größte Herausforderung sein, in der Offensive besser zu werden. Das ist entscheidend! Beim HSV sind die Mittelfeldspieler am torgefährlichsten. Das kompensieren sie manchmal durch ihre Kompaktheit und die starke Defensive. Bayern ist für den HSV natürlich nicht der Maßstab, im Anschluss spielen sie gegen Heidenheim, Union und Mainz – das werden richtungsweisende Spiele.“

Wie hat es Aufstiegstrainer Merlin Polzin geschafft, die Hamburger und das Umfeld wieder zu beleben?
„Merlin hat davor schon viele Stationen durchlaufen, auch als Co-Trainer. Da hat er vielleicht schon gesehen, was dem HSV noch fehlt. Er hat eine unaufgeregte und sehr starke analytische Art, versucht taktisch auch immer etwas. Er besitzt zur richtigen Zeit aber auch eine emotionale und gute Ansprache. Er ist sehr resilient, ist selbstkritisch, redet Dinge nicht schön. Er muss beim HSV aus etwas weniger mehr machen, quasi überperformen. Merlin hat auch ein gutes Gespür für die neue Generation, die jungen Spieler. Er macht das sehr gut und mit seinem Trainerteam einen überragenden Job.“

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