Olympia-Abfahrt: Von Allmen holt erstes Gold der Winterspiele – Odermatt geschlagen

Die Olympischen Winterspiele in Italien haben ihren ersten Goldmedaillengewinner. In der Abfahrt der Männer setzte sich ein Schweizer durch – aber nicht Marco Odermatt. Beim Sieg seines Landsmanns Franjo von Allmen blieb der Topfavorit ohne Medaille. Auch die Gastgeber hatten Grund zum Jubeln.
Franjo von Allmen heißt der erste Olympiasieger der Winterspiele in Mailand und Cortina. Der 24 Jahre alte Schweizer zeigte am Samstag (07.02.2026) auf der extrem steilen, 3.442 Meter langen Strecke in Bormio die mit Abstand beste Fahrt und sicherte sich nach dem Weltmeistertitel 2025 in der Abfahrt nun auch seine erste olympische Goldmedaille.
Dahinter durfte sich Italiens Shootingstar Giovanni Franzoni (+0,20 Sekunden) über die Silbermedaille freuen, sein 36 Jahre alter Teamkollege Dominik Paris gewann Bronze (+0,50 Sek.).
Nur Blech für Odermatt – Jocher solide
Topfavorit Marco Odermatt verpasste das Podium als Vierter um 20 Hundertstelsekunden und muss für seine zweite Goldmedaille nach 2022 nun auf die anderen Wettbewerbe hoffen. Auch im Super G (Mittwoch, 11.02, ab 11:20 Uhr im Livestream) und im Riesenslalom (Samstag, 14.02., ab 09:50 Uhr im Livestream) gilt er als Goldanwärter.
Mit Simon Jocher hatte nur ein deutscher Start die Abfahrt in den Angriff genommen. Mit den Topplatzierungen hatte er aber nichts zu tun. Er kam mit 2,40 Sekunden Rückstand auf den Sieger ins Ziel und beendete die Olympia-Abfahrt auf dem 21. Platz.
Hemetsberger setzt die erste Richtzeit
Die Bedingungen auf der Stelvio waren perfekt für das Olympiarennen: Die Sonne schien und die Strecke war schnell, aber nicht eisig. Im Vergleich zu den sonst Ende Dezember ausgetragenen Weltcup-Rennen war alles etwas anders.
Als erster Fahrer begab sich Daniel Hemetsberger auf die Strecke. Trotz eines heftigen Sturzes im zweiten Training am Donnerstag und eines voll bandagierten Körpers setzte er eine starke erste Richtzeit, an der sich die nächsten Athleten die Zähne ausbissen.
Für den ersten Schreckmoment sorgte Maxence Muzaton mit Startnummer 4. Dem Franzosen ging im unteren Teil der extrem herausfordernden Strecke die Kraft aus. Wenige Fahrsekunden vor dem Ziel konnte er in einer der Kompression nichts mehr gegenhalten und rutschte die letzten Meter Richtung Zielbereich – bäuchlings.
Schweizer Triple besetzt das Podium
Der Schweizer Alexis Monney schob sich als sechster Starter schließlich vor allem dank einer starken Fahrt im unteren Teil vor den Führenden. Lange aber konnte er sich nicht über den Platz in der Leaders-Box freuen, weil direkt nach ihm Topfavorit Odermatt auf die Goldmission ging. Der Weltcup-Dominator fuhr im oberen und im technisch anspruchsvollen, mittleren Teil sehr stark, verlor aber im Schlussdrittel viel Zeit und rettete nur fünf Hundertstelsekunden Vorsprung ins Ziel.
Doch auch Odermatts Hoffnungen auf Gold waren schnell wieder dahin. Der dritte Schweizer im Bunde, Franjo von Allmen, zeigte eine voll auf Angriff ausgelegte Fahrt, war etwas aggressiver und am Ende auch deutlich schneller. Zu diesem Zeitpunkt das ganze Podium in Schweizer Händen.
Franzoni und Paris sorgen für grün-weiß-roten Jubel
Dabei aber sollte es nicht bleiben. Denn noch standen einige hochmotivierte Athleten im Starthaus. Der Erste, der die rot-weiße Phalanx durchbrach, war Giovanni Franzoni. Der 24 Jahre alte Italiener, der in diesem Winter seine ersten Weltcup-Rennen gewinnen konnte, lag zwischenzeitlich auf Goldkurs, musste sich im Ziel aber um 0,20 Sekunden geschlagen geben.
Direkt hinter ihm schob sich auch Dominik Paris noch auf das Treppchen. Der Routinier im italienischen Team fuhr im oberen Teil ebenfalls Bestzeit, verlor dann aber noch mehr als eine halbe Sekunde auf von Allmen. Dennoch: Gastgeber Italien hat gleich in der ersten Entscheidung zwei Medaillen geholt. Ein fast perfekter Start in die Spiele.




