Olympia 2026: Vittozi sorgt für italienische Olympia-Party

Lisa Vittozzi hat sich den großen Traum erfüllt und bei den Winterspielen in ihrer Heimat zur Olympiasiegerin gekrönt. Franziska Preuß patzt am Ende und hat damit nur noch eine Chance auf die ersehnte Einzel-Medaille.
Vittozzi hatte am Sonntag (15.02.2026) beim letzten Schießen die ruhigsten Hände und konnte schließlich eine Ehrenrunde auf dem Weg zur Goldmedaille laufen. Dahinter sicherte sich Maren Kirkeeide Silber (3 Strafrunden/+28,8 Sekunden), Bronze ging an die Finnin Suvi Minkkinen (0/+34,3 Sekunden).
Preuß nach Rang sechs: “30 Sekunden zerstören alles”
Franziska Preuß wurde nach zwei Fehlern im letzten Schießen Sechste mit 1:08,0 Minuten Rückstand. Im Zielbereich saß sie an der Bande im Schnee und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Sie wusste, was für eine Chance sie damit hatte liegen lassen. “Ähnlich wie im Einzel hat es am Ende nur noch gewackelt. Ich bin dann so angespannt und bekomme den Fokus nicht mehr hin. Dann geht einfach nix mehr”, erklärte sie kurz nach dem Zieleinlauf.
Auf der Strecke habe sie “richtig gut gefühlt. Da habe ich es geschafft, das große Ganze auszublenden und von Schießen zu Schießen zu schauen.” Dann haben 30 Sekunden “alles zerstört”, sagte sie mit zitternder Stimme und musste sich dabei immer wieder Tränen aus den Augen wischen.
Voigt in den Top 20
Vor dem Spielen hatte sie gesagt, dass eine olympische Einzel-Medaille das i-Tüpfelchen auf ihrer Karriere wäre. Dafür hat sie nun nur noch eine Möglichkeit offen – im Massenstart am kommenden Samstag. Sie wird ihre Karriere nach diesem Winter beenden.
Auch die drei anderen Athletinnen des Deutschen Skiverbandes hatten mit der Medaillenvergabe nichts zu tun. Vanessa Voigt wurde 19. (3/+2:19,7 Minuten), Julia Tannheimer (5/+3:32,6 Minuten) und Selina Grotian (4/+3:54,6 Min.) landeten auf den Positionen 34 und 41.
Preuß arbeitet sich langsam nach vorne
Als Siebte mit knapp einer Minute Rückstand auf Sprint-Olympiasiegerin Maren Kirkeeide war Franziska Preuß ins Rennen gegangen. Abgesehen von Oceane Michelon blieben die Top 10 beim ersten Schießen ohne Fehler. Entsprechend gab es kaum Verschiebungen. Auch am Rückstand änderte sich nicht viel. Von hinten arbeitete sich Julia Tannheimer gut nach vorne und hatte nach dem ersten Besuch am Schießstand neun Kontrahentinnen hinter sich gelassen.
Beim zweiten Liegendanschlag leistete sich das Topduo Kirkeeide und Lou Jeanmonnot je einen Fehler. Als Lisa Vittozzi ohne Fehler blieb und als erste auf die Strecke ging, brodelte die Antholzer Arena. Preuß traf ebenfalls alle fünf Scheiben. Zwar blieb sie weiterhin auf dem siebten Zwischenrang, ihren Rückstand seit dem Start hatte sie aber halbiert. Tannheimer fiel mit zwei Strafrunden aus den Top 20, dafür war Vanessa Voigt nun 19.
Entscheidung im letzten Schießen
Kirkeeide holte sich in der Loipe die Spitzenposition zurück und war die erste beim Stehendschießen. Die Norwegerin und Vittozzi blieben ohne Fehlschuss, Jeanmonnot musste eine Extra-Runde drehen. Preuß legte auch beim dritten Schießen alle Scheiben um und ging nun mit Jeanmonnot und der Finnin Suvi Minkkinen gemeinsam auf die Runde. Vanessa Voigt schob sich auf Rang 14 nach vorne.
Bis zum letzten Schießen lief sich Kirkeeide einen kleinen Vorsprung heraus, aber sie ließ zwei Scheiben stehen. Damit war der Weg frei für die fehlerfreie Vittozzi, die nun nur noch eine Runde von ihrem großen Traum entfernt war. Preuß ging auf Angriff, vergab die Chance auf die mögliche Medaille aber mit zwei Strafrunden. Auf der Schlussrunde konnte Kirkeeide noch Minkkinen abfangen und sich ihre nächste Medaille bei diesen Spielen sichern.



