Leverkusen zurück im Hexenkessel: “Es kann nur ein Vorteil sein”

Das Hinspiel der Play-offs in der Champions League führt die Mannschaft von Bayer Leverkusen dorthin, wo sie schon den 7. Spieltag der Ligaphase bestritt. Robert Andrich sprach vorab über die Lehren aus dem 0:2 und die Rückkehrer Jonas Hofmann und Martin Terrier.
Ein schnelles Deja Vu: Robert Andrich (re.) und die Werkself gastieren am Mittwoch erneut bei Ayoub El Kaabi und Olympiakos Piräus.
IMAGO/One Inch Productions
Aus Piräus berichtet Dennis Zaremba
Vier Wochen ist es her, dass Bayer Leverkusen in der Hafenstadt Piräus genau das erlebte, was man als Gastmannschaft dort nicht erleben möchte. Spätestens der Gegentreffer nach zwei Minuten verwandelte das ohnehin schon stimmungsvolle, 33.449 Zuschauer fassende Georgios Karaiskakis Stadion in einen echten Hexenkessel. Getragen von der Stimmung legte Olympiakos nach, stemmte sich gegen Leverkusens Offensivbemühungen und gewann mit 2:0.
Und so ist es vielleicht umso besser für die Werkself, dass sie am Mittwochabend schon wieder zurück ist und erneut auf den griechischen Vertreter trifft. “Es kann nur ein Vorteil sein, dass man die Atmosphäre schon mal erlebt hat”, ist sich Robert Andrich jedenfalls sicher.
Andrich über die Stimmung: “Bekommt man schon mit”
Denn die geht auch an den Spielern nicht vorbei. “Ich habe es das erste Mal gemerkt, als ich zum Aufwärmen raus bin und das Gefühl hatte, ich gehe auf deren Kurve zu”, beschrieb der Kapitän die Ekstase, die sich selbst vor dem Anpfiff bis auf die Gegengerade erstreckt.
“Natürlich ist man in seinem Tunnel und nimmt nicht alles wahr”, erklärte Andrich zwar, “aber wenn es nach einer Chance oder einem Tor, was wir leider zweimal mitbekommen haben, hochkocht, bekommt man das schon mit.” Und so ist der Auftrag für das Hinspiel der Play-offs in der Königsklasse ganz klar: “Wir wollen ganz anders in das Spiel starten, als wir es beim letzten Mal gemacht haben. Denn das trägt natürlich auch zur Atmosphäre bei.”
Wir wollen ihn nicht berühmt schießen.
Robert Andrich über Kostas Tzolakis
Um die Stimmung “zu unterdrücken” braucht es neben einer stabileren Defensive aber auch eine effizientere Offensive. 2,58 xGoals genügten Bayer 04 im letzten Aufeinandertreffen nicht für ein eigenes Tor. Auch, weil Kostas Tzolakis im Tor der Griechen herausragte (kicker-Note 1). “Natürlich hatte er Wahnsinnsparaden, aber ich hoffe, dass er morgen nicht so einen Wahnsinnstag hat und wir ihn dazu zwingen, dass er mal den Ball aus dem Tor holen muss”, sagte Andrich angesprochen auf den Schlussmann und fügte an: “Wir wollen ihn nicht berühmt schießen.”
Lob für Terrier und Hofmann
Dabei helfen können diesmal auch wieder Martin Terrier und Andrichs guter Kumpel Jonas Hofmann, die auf der Kaderliste für die Ligaphase noch fehlten. “Ich weiß, dass es keine einfache Phase für die beiden war. Ich musste leider das eine oder andere Mal mit ihnen trainieren, wenn am Abend Champions League war”, erinnerte sich Andrich. “Ich wusste, dass ich die drei Spiele Sperre habe und dann darf ich wieder. Sie wussten, sie dürfen nicht.”
Umso mehr lobte der 31-Jährige die beiden für ihren Einsatz. “Natürlich gibt es Situationen, wo es dich trifft und es schwierig ist, positiv zu sein. Dann ist es auch menschlich, wenn man mal nicht die beste Laune hat und “Hurra” schreit, weil man mit dem Athletiktrainer trainieren muss”, blickte er auf die Ersatzeinheiten an Champions-League-Spieltagen. “Aber die beiden haben es sehr gut gemacht.”
Und so dürfen beide, mindestens von der Bank, auch wieder in den Genuss der Champions-League-Hymne kommen. “Die Hymne ist nach der Nationalhymne die beste, die du hören kannst”, schwärmte der erfahrene Andrich. “Ich hoffe, dass ich das noch das eine oder andere Mal tun kann.” Dafür wäre eine gute Ausgangslage aus dem Hinspiel in Piräus natürlich von Vorteil.




