Einkaufen auf dem Dorf soll künftig 24/7 möglich sein

Damit die Smart Stores nach dem Konzept von “Tante Enso” arbeiten können, müssen Kundinnen und Kunden in eine Ladengenossenschaft investieren. In Wustrau mussten mindestens 300 Menschen je 100 Euro einzahlen und damit Teilhabende des Ladens werden. Um rentabel zu sein, müssen die Geschäfte, so Hegmann, rund um die Uhr geöffnet sein. 20 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen allein an Sonntagen – an denen nach geltender Gesetzgebung jedoch nur im Ausnahmefall geöffnet werden darf. Läden wie der in Wustrau arbeiten bisher in einer Grauzone.
Smart Stores aber sind notwendig, befand die Brandenburger Landesregierung aus SPD und CDU. Ende März hat sie daher eine Änderung des Ladenöffnungsgesetz auf den Weg gebracht. Stimmt der Landtag zu, können bald Geschäfte bis maximal 250 Quadratmeter Ladenfläche rund um die Uhr und auch an Sonn- und Feiertagen öffnen – vorausgesetzt, dafür ist kein Mensch notwendig.
Wichtig sei die “Aufrechterhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse” und der gesellschaftliche Zusammenhalt (MASGZ), sagt Johannes Wagner, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit. Die gleichwertigen Lebensverhältnisse sind sowohl im Grundgesetz als auch Brandenburger Koalitionsvertrag festgeschrieben. Mit dem Konzept der 24/7-Läden komme man “wirklich in die Fläche” dahin, wo es jetzt keine Versorgung gebe.
Die Entscheidung, ob und wo ein Smart Store eröffnen darf, bleibt dabei in den Kommunen. “Ich finde diese Regel sehr klar gestrickt”, sagt Wagner, sie gebe Rechtssicherheit und weiche dabei nicht den bestehenden Arbeitnehmerschutz auf.



