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FC Bayern: Torwart Daniel Peretz spricht im Interview über seine Zukunft

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2023 holte Bayern München Torhüter Daniel Peretz (25) von Maccabi Tel Aviv, bezahlte damals fünf Millionen Euro. Viermal stand er für den Rekordmeister in der Bundesliga im Tor, machte dazu zwei Pokalspiele.

Zwei Jahre später wurde der Israeli zum HSV verliehen, setzte sich dort aber nicht durch. Die Folge: eine weitere Leihe, dieses Mal zum FC Southampton in die Championship. Dort startet er aktuell richtig durch, kämpft mit dem Klub um den Aufstieg in die Premier League und schaffte es im FA-Pokal bis ins Halbfinale gegen Manchester City.

In München hat Peretz noch einen Vertrag bis 2028, allerdings kann ihn Southampton für acht Mio. Euro kaufen. Das Interview mit dem israelischen Nationaltorhüter.

Neuer meldet sich regelmäßig bei Peretz

BILD: Herr Peretz, die Bayern sind Meister, stehen im Halbfinale der Champions League und im Endspiel des DFB-Pokals. Verfolgen Sie den Verein noch?

Daniel Peretz (25): Natürlich. Ich bin großer Bayern-Fan. Ich mag die Mannschaft, für mich ist es die beste der Welt. Es macht mir riesigen Spaß, ihnen zuzuschauen. Außerdem habe ich noch Freunde dort.

Bayern-Star unter Strom: Was macht Kane in DIESEM Trikot?

Quelle: Instagram @harrykane25.04.2026

Mit wem stehen Sie in Kontakt?

Vor allem mit Manuel Neuer. Er ist ein toller Typ, sehr bescheiden. Von der ersten Sekunde, die ich bei Bayern war, hat er mir geholfen. Und er ist ja nicht irgendein Torhüter, er ist der beste aller Zeiten. Wir haben regelmäßig Kontakt, schreiben uns nach den Spielen. Zu guten Leistungen gratuliert er mir.

Von denen zeigten Sie zuletzt einige. Dadurch greift Southampton sogar in den Aufstiegskampf in die Premier League ein. Warum läuft es bei Ihnen so gut?

Das ist relativ einfach – es macht mir zurzeit großen Spaß. Das hilft enorm. Wenn man Spaß an einer Sache hat, wird man automatisch viel besser darin. Ich habe auch eine sehr gute Verbindung zu meinem Trainer Tonda Eckert, zu meinen Mitspielern, den Fans und den Leuten im Verein. Dazu kommt: Ich habe lange nicht mehr so viele Spiele am Stück absolviert. Dadurch bin ich in den Rhythmus gekommen. Das hilft mir. Von Spiel zu Spiel wächst das Selbstvertrauen und ich fühle mich immer besser.

Peretz spricht über Bayern-Zukunft

Sie sind traurig, dass Sie diese Leistungen nicht in Deutschland zeigen konnten?

Es ist ja nicht so, dass ich die Form nicht zeigen konnte, ich habe einfach nicht gespielt. Bei Bayern gab es nur eine Phase, in der ich gespielt habe. Dass ich nicht mehr auf dem Platz stand, ist schade. Aber letztendlich ist alles immer für irgendetwas gut. Die Zeit auf der Bank hat mich abgehärtet und zu einem stärkeren Menschen und besseren Torwart gemacht. Ich habe viel gelernt in München.

Peretz (l.) und Manuel Neuer (41)

Foto: picture alliance/dpa

Was genau?

Ich habe von allen gelernt – von den Spielern, dem Torwarttrainer und den Trainern. Ich habe von ihnen viel Fußballwissen aufgesogen. Ich war durstig danach, wollte mich jeden Tag verbessern – körperlich, mental, taktisch, technisch. Dazu kommt diese Gewinner-Mentalität, die man nur in München hat. Was ich gelernt habe, zeige ich jetzt jede Woche.

Ist es Ihr Ziel, eines Tages nach München zurückzukehren? Immerhin gehören Sie dem Verein noch…

Eine gute Frage! Ich weiß es noch nicht. Aktuell genieße ich es, jedes Spiel zu spielen. Dann sehen wir, was die Zukunft bringt. Ich habe vollstes Vertrauen, dass mich Gott an den Ort führen wird, der am besten zu mir passt. Wenn das am Ende die Bayern sind, würde ich mich wahnsinnig freuen. Wenn nicht, dann nicht. Aber egal, was passiert – es wird zu meinem Besten sein.

Was vermissen Sie an Deutschland?

Abgesehen von den Menschen und dem FC Bayern fehlt mir die Umgebung von München. Die Berge, die Seen – es ist eine wunderschöne Gegend.

Wie ist ihr Deutsch mittlerweile?

Der Trainerstab hier in Southampton spricht Deutsch, also höre ich die Sprache ziemlich häufig. Ich spreche nicht fließend, aber ich verstehe fast alles. Bevor ich nach Deutschland kam, konnte ich gerade mal „Danke“ und „Guten Morgen“. Das habe ich von meinen Großeltern gelernt, die in Tel Aviv leben, aber beide in Deutschland geboren wurden. Seit meiner Zeit in München spreche ich auch Deutsch mit ihnen, um die Sprache nicht zu verlernen.

Lassen Sie uns über den FC Southampton sprechen. Was möchten Sie in dieser Saison noch erreichen?

Ich hoffe, dass wir aufsteigen. Wir haben noch zwei Ligaspiele, das sind Endspiele. Jede dieser Partien ist ein eigenes Finale.

Die Fans sind sehr begeistert von Ihnen. Im Internet gab es sogar Posts von Menschen, die sich Ihretwegen jetzt für Israel begeistern.

Diese Wärme ist mir von der ersten Sekunde an aufgefallen. Und ich bin sehr dankbar dafür. Es ist nicht selbstverständlich, an einen neuen Ort zu kommen und von den Fans so unterstützt und geliebt zu werden. Ich schätze das wirklich sehr.

Peretz mit seiner Frau Noa Kirel, einer bekannten israelischen Sängerin

Foto: danielperetz/Instagram

Die Atmosphäre in England ist nicht gerade Israel-freundlich in diesen Tagen. Gab es denn auch negative Reaktionen, als Sie unterschrieben haben?

Nicht, dass ich wüsste. Ich lese aber auch nicht allzu viele Kommentare im Netz. Für einen Sportler ist es nicht besonders gesund, das ständig im Kopf zu haben und die Kritiken zu lesen. Es wird immer schlechte und gute Kritik geben. Das ist etwas, das mir von klein auf zu Hause beigebracht wurde: erst einmal auf meine innere Stimme hören und auf die Menschen, die mir wichtig sind – meine Eltern, meine Lehrer, meine Trainer. Das sind die Leute, auf die ich achten muss, denn Meinungen wird es immer aus der ganzen Welt geben.

Geht es denn in der Kabine auch um den Krieg im Nahen Osten? Fragen die Mitspieler Sie danach?

Die Wahrheit ist, dass viele in der Mannschaft wirklich sehr weit weg von dem Thema sind. Es ist für sie schwer zu verstehen. Durch die sozialen Medien weiß man gar nicht, was wirklich los ist. Sie sind aber sehr neugierig. Sie fragen mich, machen sich Sorgen, und ich erkläre ihnen, wie die Lage ist, was passiert, wenn es Sirenen gibt, und wie die Dinge im Krieg ablaufen. Das sind Realitäten, die sie nicht kennen. Das interessiert sie sehr.

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