SC Freiburg: Halbfinal-Kracher im verrücktesten Stadion Europas

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Braga – Als wäre die Halbfinal-Teilnahme in der Europa League für Freiburg nicht schon unglaublich genug, dürfen sie jetzt auch noch im wohl verrücktesten Stadion Europas antreten. Gegner Braga (Donnerstag, 21 Uhr, live bei RTL) spielt im Estadio Municipal. Das Stadion ist in eine brachiale Felswand, die hinter einem der beiden Tore hinausragt, eingebaut. Teile der Fans gelangen nur über das Stadiondach in ihren Block. Während hinter dem anderen Tor nur eine grüne Landschaft wie auf einem Dorfsportplatz zu sehen ist, sind die beiden Seiten geschmückt mit zwei gigantischen Tribünen. Klar ist auf jeden Fall: Für die Freiburg-Stars und auch die mitgereisten SC-Fans wird es ein interessantes Erlebnis.
Das Dach der gigantische Tribünen wird von Draht-Seilen gehalten. Über das linke Dach erfolgt der Einlass in den Oberrang. Auf dieser Tribüne werden die Freiburg-Fans stehen
Auch aufgrund der Rahmenbedingungen freut sich Freiburg-Trainer Julian Schuster (41) vor dem Halbfinale riesig auf das Spiel, sagt: „Wenn man hierherfährt und das Stadion zum ersten Mal sieht, dann fängt es direkt an zu kribbeln. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir hier dieses Spiel bestreiten dürfen.“ Begleitet werden die Freiburger von 2000 Gästefans, in das Stadion passen rund 30.000 Zuschauer.
Schuster schwärmt von der einzigartigen Arena, sagt weiter: „Dieses Stadion macht genau diesen Charme aus. Ich mag es, wenn Stadien einen unterschiedlichen Charakter haben und unterschiedlich aussehen. Es ist schon so, dass die Stadien in Deutschland über die letzten Jahren eine gewisse Ähnlichkeit bekommen haben. Da geht dieser Charme leider ein Stück weit verloren. Grade dieses Stadion hier hat man bei der EM 2004 im Panini-Stickerheft wahrgenommen. Es ist dann schon cool, hier auch selbst so ein Spiel spielen zu dürfen.“
Hinter dem anderen Tor setzt Braga mehr auf Landschaft, als auf Zuschauer
DIESE Niederlage macht Freiburg Mut
Sportlich will Freiburg sich eine gute Ausgangslage verschaffen. Für Schuster ein gutes Omen: die 1:2-Niederlage nach Verlängerung im Halbfinale des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart. Trotz der Pleite ein Mutmacher für Schuster vor dem Braga-Kracher. Schuster: „Die Pokal-Niederlage in Stuttgart hat bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es gab eigentlich keine Ruhephase, es war so viel Intensität drin, dass die Jungs so an ihre Kante gegangen sind. Das ist gleichzeitig wieder ein super Trainingseffekt.“
Freiburg-Trainer Julian Schuster (41) und sein SC wollen in das Europa-League-Finale
Euphorie in der Stadt ist riesig
Auch in der Heimat ist die Vorfreude auf das Halbfinale zu spüren. Und ganz Freiburg würde mit dem Einzug in das Finale der Europa League (20. Mai in Istanbul) den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern. Schuster: „Es sind solche Spiele, auf die du lange hinarbeitest, die bekommst du nicht jedes Jahr. Deshalb ist es ein sehr großes Highlight. Man merkt schon, wenn man durch die Stadt spaziert, dass sich mehrere Leute umdrehen und auf die Tage freuen. Genau das ist eben das Schöne, dass es so verbindet und die ganze Stadt mitzieht.“



