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1951–2026: Bonnie Tyler ist tot

2025 musste Tyler wegen einer Knieoperation eine Bühnenpause einlegen, sie kehrte aber mit Elan zurück, auch drei Konzerte in Österreich waren dabei. Anfang Mai wurde sie in einem Krankenhaus in Faro an der portugiesischen Algarve-Küste am Darm notoperiert und lag anschließend wochenlang im künstlichen Tiefschlaf. Laut dem Statement ihrer Familie starb sie nun an den Folgen ihrer Krankheit.

Tyler wurde am 8. Juni 1951 als Gaynor Hopkins im walisischen Neath geboren, ihre Karriere begann mit Auftritten in Pubs. Bei einem solchen Gig wurde sie 1974 entdeckt, erste größere Erfolge ließen jedoch auf sich warten. Der internationale Durchbruch kam schließlich mit „It’s a Heartache“ 1978, einer Single aus ihrem zweiten Studioalbum „Natural Force“.

Mit Reibeisenstimme zum Welterfolg

Schon da war ihre Stimme rauchig. Das verstärkte sich noch nach einer Operation am Kehlkopf, als sie sich Knötchen von den Stimmlippen entfernen ließ. Ab da wurde die Reibeisenstimme zu Tylers Markenzeichen, das zeigte sich spätestens bei ihren folgenden Welterfolgen: Nach ihrem Wechsel von RCA Records zu CBS erschienen in den 1980er Jahren Titel wie „Holding Out for a Hero“ und „Total Eclipse of the Heart“, die zu Hymnen ihrer Zeit wurden.

Gerade „Total Eclipse of the Heart“, das der Komponist Jim Steinman zuvor Meat Loaf angeboten hatte, erschien im Jahr 1982 auf dem Album „Faster Than the Speed of Night“ und blieb wochenlang in den Charts, sowohl in den USA als auch in Europa. Das Album brachte Tyler 1984 zwei Grammy-Nominierungen für die beste Popsängerin und die beste Rockmusikerin ein. Ein Jahr später war sie erneut als beste Rockmusikerin für „Here She Comes“ nominiert.


IMAGO

Die größten Erfolge feierte Tyler in den 1980er Jahren

Comeback mit Dieter Bohlen

Später folgende Alben hatten jedoch, wenn überhaupt, nur mehr in Skandinavien nennenswerte Erfolge. 1988 floppte „Hide Your Heart“, und Tyler verabschiedete sich vorerst vom internationalen Musikgeschäft. Zu einem Comeback kam es in den frühen 1990er Jahren unter der Regie von Dieter Bohlen.

Mit seinen Produktionen kam Tyler in Europa zeitweise in die Charts zurück. Auch die folgenden Jahre waren zwar voller Produktionen, die Resonanz war aber mäßig. 2013 vertrat Tyler Großbritannien beim Song Contest in Malmö. Mit „Believe in Me“ aus ihrem mittlerweile zwölften Studioalbum erreichte sie Platz 19 von 26.


AP/Alastair Grant

Tyler 2013 beim Song Contest in Malmö

Geadelt von der Queen

Tyler ließ sich aber nie kleinhalten, sie produzierte weiter ohne Pause Musikstücke und tourte durch die Welt. Anfang 2025 veröffentlichte sie die Single „Yes I Can“, für die Tylers langjähriger Produzent David Mackay mit Patrick Schmiderer zusammengearbeitet hatte. „Er ist fantastisch! Er hat junge Energie in diesen Song gepackt“, schwärmte Tyler damals von dem Tiroler Songwriter und Produzenten.


AP/Pool/Andrew Matthews

Tyler zeigte sich stolz über Ritterorden

2026 brachte sie weitere Songs heraus, darunter „One World One Home“ für die Doku „Homeless“ über Obdachlosigkeit. Tyler unterstützte in den vergangenen Jahrzehnten unterschiedliche Charity-Organisationen. 2022 wurde sie im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. mit dem Most Excellent Order of the British Empire ausgezeichnet.

Rauchige Stimme ohne Rauchen

„Ich war immer energiegeladen und habe an mich geglaubt. Meine Mutter hat mich so erzogen“, erklärte Tyler ihre auch im Alter nicht nachlassende Motivation. Alkohol und Drogen habe sie während ihrer Karriere widerstanden, auch geraucht habe sie nicht: „Meine Stimme klingt nur so. Ich trinke nie, bevor ich auf die Bühne gehe. Aber wenn ich von der Bühne komme, darf es durchaus ein Glas guten Weines sein.“

Wechselseitige Liebe

Sie habe es nie sattgehabt, die alten Songs zu singen, sagte Tyler gern. „Die Leute wollen diese Lieder hören, sie sind zum Teil ihres Lebens geworden.“ Besonders „Total Eclipse of the Heart“ performte sie laut eigener Aussage stets gern. „Auch ‚Holding Out for a Hero‘ am Ende der Show, da drehen die Leute völlig durch.“

Tylers Sympathie für ihr Publikum war greifbar und glaubwürdig, und diese Liebe wurde erwidert, rund 50 Jahre lang. Tyler hinterlässt ihren Ehemann Robert Sullivan, mit dem sie seit 1973 verheiratet war.

Große Trauer

Tylers Tod bestürzte am Donnerstag viele Menschen, besonders aus Wales. Die walisische Schauspielerin Catherine Zeta-Jones trauerte um „Unsere Königin Bonnie“, der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete Tyler als „Ikone“ und „eine der größten britischen Musikerinnen“. Tyler habe eine „ansteckende Lebensfreude“ gehabt, erinnerte sich Musikerkollege Cliff Richard.

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