Eintracht in Baku: Einreiseprobleme, Rasen-Rätsel und das Fragezeichen im Sturm

Nicht alle Profis von Eintracht Frankfurt kamen in Baku rasch durch die Passkontrolle. Für eine Herausforderung könnte auch der Rasen im Stadion sorgen. Spannend bleibt die Frage, wie das Interimstrainer-Gespann in der Offensive improvisiert.
Vor seinem Debüt an der Seitenlinie bei der Eintracht: Interimstrainer Dennis Schmitt (li).
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Aus Baku berichtet Julian Franzke
Am Dienstagabend gegen 21.45 Uhr Ortszeit landete die Condor-Maschine DE 9350 mit Mannschaft, VIPs und einer Handvoll Journalisten in Baku. Die Schlange an der Passkontrolle bewegte sich zügig vorwärts, doch für einige Protagonisten geriet die Einreise zur Nervenprobe.
Verzögerung bei der Einreise
In den vorab zu beantragenden Visa von Linksverteidiger Nathaniel Brown und Ersatzkeeper Michael Zetterer hatten sich Zahlendreher eingeschlichen. Ein Fehler des Teammanagements. Auch ein Reporter-Kollege aus Frankfurt hing in der Passkontrolle fest, als der Medienbus zum Hotel abfuhr – beim Reisezeitraum hatte sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Die Visa mussten am Flughafen neu beantragt und genehmigt werden. Wegen eines nationalen Feiertags und der späten Ankunftszeit zog sich das über mehrere Stunden hin. Schlussendlich durften alle einreisen.
Spannung verspricht auch der Zustand des Rasens im Tofik-Bakhramov-Stadion. Richtig gelesen, die Spielstätte ist nach dem schusseligen Linienrichter benannt, der England 1966 im Finale gegen Deutschland das Wembley-Tor bescherte. Ein Reporter-Kollege des Hessischen Rundfunk sah sich das Stadion am Morgen schon mal aus der Nähe an und erzählte, dass die örtlichen Kräfte unter anderem mit einem Laubbläser versucht haben, den Rasen von altem Eis zu befreien. Die Temperaturen in Baku liegen knapp über dem Gefrierpunkt, in der Nacht hatte es geregnet.
Qarabag mit Achtungserfolg
Die Eintracht muss am Abend gewinnen, um kommende Woche gegen Tottenham noch die Chance zu haben, mit einem weiteren Dreier in die Play-offs einzuziehen. Doch auch Qarabag Agdam braucht einen Sieg, denn auswärts in Liverpool können kommende Woche realistisch betrachtet keine Punkte eingeplant werden. Beide Teams dürften also mit offenem Visier spielen.
Das letzte Pflichtspiel von Qarabag datiert vom 21. Dezember (2:1 bei FK Qäbälä). Es lässt sich also kaum sagen, wie der Tabellenzweite der heimischen Liga aktuell drauf ist. Gleiches gilt im Grunde auch für die Eintracht nach dem Trainerwechsel. Mit Siegen in Lissabon bei Benfica (3:2) und zu Hause gegen Kopenhagen (2:0) startete Qarabag formidabel in die Champions-League-Saison, auch das 2:2 zu Hause gegen Chelsea stellt einen Achtungserfolg dar. Das jüngste Heimspiel in der Königsklasse endete gegen Ajax Amsterdam 2:4.
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Die große Frage ist, wer bei der Eintracht die Tore schießen soll. Die Winter-Zugänge für die Offensive können bei der UEFA erst nach der Ligaphase nachgemeldet werden, Jonathan Burkardt (Wadenverletzung) und Michy Batshuayi (Mittelfußbruch) fallen weiter aus. Die Interimstrainer Dennis Schmitt und Alex Meier könnten versuchen, Ritsu Doan, Ansgar Knauff und Can Uzun in einer Art Dreiersturm möglichst nah vor das Tor zu bringen – in einem 4-3-3 oder 3-4-3.
Als Sturmspitze könnte der schnelle Knauff ebenso agieren wie der technisch versierte Uzun. Letzterer wäre allerdings wahrscheinlich eher eine “falsche Neun”. Mitgereist ist auch Youngster Alexander Staff, den Meier bestens aus der U 19 kennt. Der 17-Jährige kommt aber nur als Joker infrage. Auch der zuletzt enttäuschende Flügelstürmer Jean-Matteo Bahoya dürfte eher nicht die erste Wahl sein.




