Ski-Superstar McGrath verzockt Olympia-Gold und rastet komplett aus

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Das Ende des Slalom-Wettbewerbs der Männer bei Olympia 2026 endete kurios. Ein Top-Star der Ski-Szene vergab Gold im zweiten Lauf und verlor die Beherrschung.
Bormio – Atle Lie McGrath führte nach dem ersten Durchgang des Olympia-Slaloms in Bormio souverän mit der Bestzeit von 56,14 Sekunden. Er profitierte dabei von seiner frühen Startnummer 1 bei starkem Schneefall und schwieriger Sicht. Zudem lieferte er eine einwandfreie Fahrt ab, die anschließend von niemandem mehr unterboten werden konnte. Doch im zweiten Durchgang kam das bittere Aus: Als letzter Fahrer mit Gold im Blick fädelte McGrath schon nach wenigen Fahrsekunden ein und schied aus.
Atle Lie McGrath verließ das Gelände sichtlich unter Strom. © IMAGO/VEGARD GRØTT/ ZDF
Damit war der klare Führende und Topfavorit plötzlich draußen. Der Norweger reagierte sichtlich frustriert – er ärgerte sich zunächst lautstark, schmiss die Skistöcke weg, schnallte die Skier und Schienbeinschoner ab und stapfte allein abseits der Strecke davon. Zuvor kroch er noch unter dem Fangzaun her und stürzte vor lauter Wut in den Schnee. Kurz vor Erreichen des Waldes, am nächsten Fangzaun, ließ er sich dann schwer atmend fallen und verarbeitete das Geschehen.
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Das Ausscheiden ist umso bitterer, da McGrath in einer ohnehin emotional schwierigen Phase steckt. Sein Großvater verstarb während der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele, nur etwas mehr als eine Woche vor dem Rennen. Trotzdem entschied sich der 25-Jährige, in Bormio an den Start zu gehen und seinen verstorbenen Opa stolz zu machen.
Auch der ZDF-Experte Marco Büchel hatte großes Mitleid mit dem Norweger. „Das war ein schlimmes Bild. Da sind jetzt zwei Herzen in meiner Seele, in meiner Brust. Für ihn ist das der schlimmste Tag seit Langem“, fasste der ehemalige Skifahrer die Gefühlslage des Athleten nach der verpassten Medaille passend zusammen. Felix Neureuther schoss gegen die Strecke.
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Durch McGraths Ausfall gewann Loïc Meillard (Schweiz) die Goldmedaille, Silber ging an Fabio Gstrein (Österreich), Bronze an Henrik Kristoffersen (Norwegen). Der Slalom war insgesamt ein echtes „Ausfallfestival“: Von 96 Startern im ersten Durchgang kamen nur 44 ins Ziel. Auch prominente Fahrer wie Manuel Feller, Lucas Pinheiro Braathen und Clément Noël schieden aus. Der deutsche Starter Linus Straßer schoss gegen die Spiele und wurde nur Neunter. (tb)




