„Gefahr für Leib und Leben“ bei Viertligaspiel

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Leipzig – Wo sind wir nur hingekommen? Sicherheitsbehörden fürchten bei einem Spiel in der 4. deutschen Fußball-Liga, dass Polizeibeamte „aktiv angegriffen“ sowie Besucher und Unbeteiligte „erheblich verletzt“ werden könnten!
Am Sonntag um 14 Uhr steigt das Ost-Derby BSG Chemie Leipzig gegen Hallescher FC. Wie BILD erfuhr, sollen rund 1000 Polizisten das Hochrisikospiel in der Regionalliga Nordost schützen. Die Stadt Leipzig hat jetzt eine Allgemeinverfügung erlassen. Darin heißt es: „Es besteht mithin die konkrete Gefahr, dass es im weiten Umfeld des Alfred-Kunze-Sportparks zu einer erheblichen Gefahr für Leib und Leben (…) von Personen kommt.“
Baseballschläger-Verbot für Fußballspiel
Hundertschaften der Bereitschaftspolizei sollen die verfeindeten Fans daher rigoros trennen. Wasserwerfer, Hubschrauber und Drohnen sind beim Fußballspiel im Einsatz. Um sofort durchgreifen zu können, wird alles verboten, was die Polizei bei vorherigen Begegnungen bei Chaoten entdeckte: „Baseballschläger, mit Quarzsand gefüllte Handschuhe, Latten, Stangen, Reizstoffsprühgeräte“, heißt es in der Verfügung. Auch „Protektoren, ausgepolsterte Kleidungsstücke, Schutzwesten, verschiedene helmartige Kopfbedeckungen“ sind nicht erlaubt.
Chaotische Szenen beim Hinspiel: HFC-Anhänger stürmten das Spielfeld und gingen auf Leipzig-Spieler los
Rache für abgebrannten Halle-Bus?
Auch der Brandanschlag auf den Mannschaftsbus der U19 des Halleschen FC könnte eine Rolle spielen. Er war in der Nacht zum 1. Februar 2026 nach einem Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt abgefackelt worden. „Dies sorgte in der Risikofanszene des Halleschen FC anfangs zu Spekulationen über mögliche Tatbeteiligung verfeindeter Risikofanszenen“, heißt es in der Allgemeinverfügung.
Im Klartext: Anhänger von Halle mutmaßen, dass Chemie-Anhänger dahinterstecken könnten – möglicherweise als Rache für Vorfälle im Hinspiel im September 2025. Bei der Partie waren HFC-Fans auf das Spielfeld gerannt und hatten sich mit Leipziger Spielern geprügelt. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) verhängte gegen den HFC eine Geldstrafe über 32.150 Euro und eine Blocksperre auf Bewährung. Chemie bekam eine Geldstrafe über rund 21.700 Euro aufgebrummt.
Der abgebrannte Mannschaftsbus des Halleschen FC in Frankfurt am Main
Behörden rechnen mit Übergriffen auf Polizei
Für das Spiel am Sonntag warnen die Sicherheitsbehörden deutlich: „Kommunikative Maßnahmen zeigen bei der betreffenden Klientel kaum Wirkung. Mit zunehmender Alkoholisierung steigern sich die Sicherheitsstörungen und die bereits geringe Kooperationsbereitschaft der anwesenden Personen sinkt“, heißt es in der Verfügung von Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (51, Linke).
Einsatzleiter Frank Gurke (56) führt den brisanten Einsatz, muss die verfeindeten Fanlager trennen
Und weiter: „Es ist somit auch damit zu rechnen, dass es wiederholt zu Übergriffen auf die Einsatzkräfte kommt und sich diese hierdurch verletzen werden. Vor diesen Hintergründen sind eine gesteigerte Polizeipräsenz und die Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen nicht als milderes Mittel in Betracht zu ziehen.“
Lok-Leipzig-Fans unterstützen HFC-Anhänger
Außerdem erwartet die Polizei Sachsen ein gemeinsames „Auflaufen“ der HFC-Anhänger mit Fans von Lok Leipzig – dem Stadtrivalen von Chemie. „Bei einem Aufeinandertreffen der verfeindeten Gruppierungen ist mit sofortigen körperlichen Auseinandersetzungen zu rechnen“, heißt es von den Sicherheitsbehörden.




