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Australian Open: Laura Siegemund schafft Wende-Wunder gegen Samsonova

Stand: 20.01.2026 11:46 Uhr

Ein Wort: Unglaublich! Das beschreibt die Aufholjagd, die Laura Siegemund bei ihrem Auftaktmatch bei den Australien Open gegen Liudmila Samsonova gelungen ist. Nach einem nahezu aussichtslosen Rückstand gewann sie 0:6, 7:5, 6:4 und schaffte es als einzige deutsche Tennisspielerin in die zweite Runde.

Nach 2:31 Stunden verwandelte die 37-Jährige ihren ersten Matchball – doch außer ihr dürfte es einige Zeit zuvor niemanden gegeben haben, der noch daran geglaubt hatte. Denn es waren gerade mal 1:11 Stunden gespielt, als die Partie schon kurz vor dem Ende stand. Samsonova hatte Siegemund zum wiederholten Male den Aufschlag abgenommen und profitierte von den unzähligen Fehlern ihrer Gegnerin, es stand 6:0, 5:2 aus Sicht der an Position 18 gesetzten Favoritin.

  • 1. Runde, Frauen
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Während andere Spielerinnen dann die letzten Punkte über sich ergehen lassen, zeigte Siegemund, welches ungeheure Kämpferherz in ihr steckt. Sie pushte sich nach jedem erfolgreichen Ballwechsel und breakte Samsonova in einem Spiel, das zweimal über Einstand ging. Danach wurde es noch wilder, als Siegemund zwei Matchbälle beim Stand von 15:40 bei eigenem Aufschlag abwehrte. Und dann nahm die unglaubliche Geschichte in der “1573 Arena” in Melbourne ihren Lauf.

Siegemund “slicet” Samsonova um den Verstand

Womit Siegemund ihre Gegnerin so richtig nervte, war der flache Vorhand-Slice, den Samsonova immer wieder ins Netz schlug. Die Belarusin versuchte alles, um ihren Frust zu verstecken, doch die Körpersprache wurde immer negativer, während auf der anderen Seite die Anfeuerungsrufe an sich selbst immer lauter wurden. Auch das Publikum spürte, dass sich das Blatt wendete, Siegemund bekam immer mehr Zuspruch von den Rängen – die sie endgültig hinter sich hatte, als sie mit ihrem fünften Spielgewinn in Folge den zweiten Satz holte.

Liudmila Samsonova im Spiel gegen Laura Siegemund

Die spielerische Klasse von Samsonova schien sich dennoch durchzusetzen, sie führte im entscheidenden Durchgang schnell mit 3:1 und hatte die Partie wieder im Griff. Siegemund reagierte allerdings mit einem Zu-Null-Aufschlagspiel und zeigte damit allen im Stadion (inklusive ihrer Gegnerin), dass sie auch diesmal nicht aufgeben werde. Die Wimbledon-Viertelfinalistin des Vorjahres kämpfte sich wieder heran und schaffte das Unmögliche. Mit einer zu langen Vorhand beendete Samsonova das Spiel, Siegemund sprang wie in ganz jungen Jahren voller Freude Richtung Netz und konnte wie viele andere nicht fassen, was sie geschafft hatte.

Siegemund: “Habe selbst nicht mehr dran geglaubt”

“Ich habe einfach aus miserablen Bedingungen nicht aufgegeben und mich irgendwie reingefightet. Vielleicht habe ich den Fehler gemacht, nie abends trainiert zu haben. Ich hatte mit allem Probleme, womit man Probleme haben kann. Ich war auch komplett perplex, wie Samsonova gespielt hat, sie hat mich fast an die Wand genagelt”, sagte Siegemund bei “Eurosport”: “Dann war es die alte Leier, ich habe irgendwie versucht, Ballwechsel für Ballwechsel zu spielen, aber selbst nicht mehr dran geglaubt.”

Und dennoch gab es die Wende. Siegemund weiter: “Ich war ganz lange nicht bei mir, weiß aber auch nicht, warum. Das hat mit dem Ergebnis wenig zu tun gehabt. Ich habe dann einfach immer weitergespielt. Die Fans haben dann natürlich enorm geholfen. Wenn man als Comebacker gehypet wird, ist es für die Gegnerin natürlich auch eklig. Ich habe dann auch ein bisschen brilliert, da sind die Fans dann auch abgegangen.”

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