Seit zwölf Spielen ungeschlagen – Hansa Rostock in Aufstiegsform

3. Liga
Stand: 26.01.2026 13:01 Uhr
Die Hansa-Kogge ist weiter in voller Fahrt und steuert sogar auf Aufstiegskurs. Zum zwölften Mal in Folge blieb der Rostocker Drittligist beim 4:0 in Mannheim ungeschlagen. Ryan Naderi war erneut der Mann des Spiels, auch wenn der Mittelstürmer diesmal nicht in der Torschützenliste auftauchte. Doch auch die Breite des Kaders zahlt sich aus.
Jetzt bereitet er auch noch Tore vor. Gleich drei Treffer legte Naderi am Sonntag in Mannheim mit seiner technischen Klasse und guter Übersicht auf. Bei acht Toren hatte der 22-Jährige bisher nur einen Assist verbucht.
“Ryan hat dreimal vorbereitet. Sonst trifft er auch gern mal das Tor”, sagte Mitspieler Jonas Dirkner schmunzelnd. “Das sagt schon alles: Er bringt uns vorne in der Box und im Abschluss sehr viel.” Und Andreas Voglsammer ergänzte mit Blick auf Naderis klasse Leistung: “Ich freue mich, dass er sich heute mit drei Assists belohnen konnte.”
3. Liga
Die Mecklenburger glänzten am Sonntag in der 3. Liga und holten verdient drei Punkte. Seit nunmehr zwölf Spielen ist der FCH ungeschlagen.
Vier unterschiedliche Torschützen in Mannheim
Der 23-jährige Dirkner selbst hat mit dem dritten Tor im dritten Liga-Spiel in Folge mittlerweile einen Lauf. “Ich habe davor fast nie das Tor getroffen in meiner Laufbahn. Aber jetzt scheint das ein bisschen mein Ding geworden zu sein. Mal gucken, ob es weitergeht”, freute sich der gebürtige Rostocker, der selbst eine Vorlage von Naderi zum Tor in Mannheim nutzte. “Er hat den Ball perfekt für mich abgelegt.”
“Wir sind gut drauf. Aber davon können wir uns nichts kaufen, wenn wir nachlassen. Wir müssen weiter dranbleiben und Gas geben.”
Hansa-Stürmer Andreas Voglsammer
Die weiteren Tore gingen auf das Konto von Andreas Voglsammer, Emil Holten und Christian Kinsombi. Die drei Offensivspieler hatten Hansa am 16. Spieltag zusammen zum 3:0-Sieg in Regensburg geschossen – und waren seitdem torlos geblieben.
Brinkmann lobt “sehr dominanten” Auftritt, …
Der Sieg sei “total verdient” gewesen, betonte Trainer Daniel Brinkmann. Auch wenn das Ergebnis “ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen” sei. Hansa war schon vor dem Platzverweis gegen Mannheims Emmanuel Iwe (30. Minute) in Führung gegangen.
“Sicherlich hat uns die Gelb-Rote Karte ein bisschen in die Karten gespielt”, erklärte Brinkmann, machte aber auch deutlich, dass man selbst in Überzahl erst einmal so auftreten muss – nämlich “sehr dominant”.
Video:
Hansa Rostock mit starkem Auftritt bei Waldhof Mannheim (5 Min)
… und die mannschaftliche Geschlossenheit
Neben Naderis Qualitäten als Vorlagengeber machte der Sieg in Mannheim aber vor allem deutlich, wie ausgeglichen der Rostocker Kader in dieser Saison ist. “Es macht uns am Ende stark, dass wir in der Breite sehr gut besetzt sind”, freute sich Brinkmann. “Wir hätten keine Probleme, Spieler auszutauschen, wenn Sperren oder Verletzungen kommen.”
Sogar Lebeau und Pfanne müssen sich gedulden
Beim aktuellen Lauf müssen sich einige Spieler hinten anstellen, bei denen dies vor der Saison nicht abzusehen gewesen ist. Adrien Lebeau zum Beispiel. Der Franzose war in der abgelaufenen Saison mit fünf Treffern und auch acht Vorlagen noch bester Scorer des Teams.
Obwohl er nach seiner Verletzung längst wieder fit ist, stand er in Mannheim noch nicht einmal im Kader. Eigengewächs Benno Dietze ist aktuell gesetzt. Es sei “eine ehrliche Aussage”, dass aktuell auch Cedric Harenbrock in der Rangordnung noch vor Lebeau stehe, unterstrich der Chefcoach.
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Anders gelagert ist die Situation bei Franz Pfanne. Auch der Kapitän sitzt seit Wochen auf der Bank. Da nahm es Brinkmann jetzt fast schon dankbar an, dass Florian Carstens ein bisschen angeschlagen war, um Pfanne mal wieder ein paar Einsatzminuten zu geben. “Eigentlich hätte Flo nicht unbedingt runtergemusst. Aber ich freue mich für Franz.”
Die Hansa-Joker stechen schnell
Solange es so läuft wie in Mannheim, macht Brinkmann alles richtig. Denn auch die Joker üben mächtig Einfluss aufs Spiel aus. Holten traf sieben Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:0, Kinsombi brauchte sogar nur zwei Minuten für den Treffer zum 4:0-Endstand.
“Das macht mich natürlich glücklich. Die Jungs, die von der Bank kommen, haben es gerade nicht so leicht. Wir haben eine lange Serie gehabt und wenig rotiert”, sagte Brinkmann: “Sie arbeiten sehr hart im Training. Es ist kein Zufall, dass das passiert.”
Setzt Hansa den Lauf gegen Ingolstadt fort?
Hansa spielt aktuell in Galaform und ist mittlerweile punktgleich mit dem drittplatzierten SC Verl. Nur noch zwei Zähler trennen die Mecklenburger von Rang eins und zwei. Der Aufstieg erscheint möglich und ist mittlerweile auch das erklärte Ziel. Doch Routinier Voglsammer warnt: “Wir sind gut drauf. Aber davon können wir uns nichts kaufen, wenn wir nachlassen. Wir müssen weiter dranbleiben und Gas geben.”
Nächster Gegner ist am Sonnabend der FC Ingolstadt (14 Uhr, im NDR Livecenter). Ob ein Naderi in Topform die Tore dann selbst macht oder sie vorbereitet, ist den Rostockern sicher einerlei.
Der 22-Jährige bleibt die meistdiskutierte Personalie. Mehrere Vereine aus der Ersten und Zweiten Liga zeigen weiter Interesse an dem Stürmer.




