Hessen: Eintracht Frankfurt reist zum FC Bayern: Keine Angst vorm “Yabba dabba doo!”

Der Termin fürs Bayern-Spiel hat etwas vor einer Vorsorge-Untersuchung: einmal im Jahr muss man hin und blickt mit Sorge aufs Ergebnis. Bei der Eintracht spricht aber trotz rekordverdächtiger Verletzungssorgen zumindest die jüngere Geschichte dafür, dass es gar nicht so schlimm wird. Das Wichtigste zum Spiel.
Im dritten Spiel von Trainer Albert Riera hat Eintracht Frankfurt eine richtig schwere Aufgabe: Die Hessen müssen am Samstag (15.30 Uhr) bei Bayern München ran.
Die Ausgangslage
Bei der Eintracht war die Erleichterung nach dem Heimsieg gegen Gladbach am vergangenen Wochenende groß. Endlich wieder ein Sieg, endlich wieder ohne Gegentor. Neu-Trainer Riera hat mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen einen erfolgreichen Start hingelegt. Bei Tabellenführer Bayern München dürfte es allerdings schwierig werden, das Punktekonto weiter anwachsen zu lassen.
Die Bayern haben sich nach einem kleinen Durchhänger Ende Januar (Niederlage gegen Augsburg und Unentschieden beim HSV) wieder gefangen und zuletzt mehrfach die Angriffsversuche von Borussia Dortmund in der Tabelle kontern können. Die Partie beim großen Konkurrenten am 28. Februar ist zumindest im Umfeld der Bayern schon im Hinterkopf. Davon will Trainer Vincent Kompany allerdings noch nichts wissen. “Ich bin nur auf das Frankfurt-Spiel fokussiert”, sagte er.
Das Personal
Die Bayern müssen auf ihren verletzten Stammtorwart Manuel Neuer verzichten – dafür wird Jonas Urbig zwischen den Pfosten stehen. Michael Olise kehrt dagegen nach seiner Sperre ins Team zurück. Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Leon Goretzka drohen Gelbsperren. Sie könnten damit in der kommenden Woche beim Topspiel in Dortmund ausfallen. Trainer Vincent Kompany kündigte aber an, darauf keine Rücksicht zu nehmen.
So könnten die Bayern spielen: Urbig – Stanisic, Upamecano, Kim, Davies – Pavlovic, Goretzka – Olise, Musiala, Luis Diaz – Kane
Die Defensive stellt sich bei der Eintracht nicht mal mehr selbst auf. Nachdem kurzfristig auch noch Kapitän Robin Koch mit Fieber ausfällt sich ins Lazarett zu Rasmus Kristensen und Arthur Theate gesellt, kündigte Riera bereits Unkonventionelles an. Man darf sich also auf eine Überraschung gefasst machen. Offensiv könnte der genesene Jonathan Burkardt gleich in die Startelf zurückkehren, auch wenn er wohl noch keine Luft für 90 Minuten hat. Arnaud Kalimuendo steht zudem vor einem Blitz-Comeback und für einen Teilzeitjob bereit. Younes Ebnoutalib und Can Uzun trainierten zuletzt noch individuell und sind noch keine Alternativen. Neben Kristensen fallen Arthur Theate, Michy Batshuayi und Ansgar Knauff definitiv aus.
So könnte die Eintracht spielen:
So könnte die Eintracht in München spielen
Das sagen die Trainer
Albert Riera: “Wenn du in den Ring gehst, darfst Du nicht denken, dass du verlierst. Wenn ich weiß, dass wir verlieren, kann ich dem Verein das Hotel und die Reisekosten ersparen. Wir bereiten einen Plan vor, um ihnen ein nerviger, unbequemer Gegner zu sein. Im Fußball gewinnt nicht immer der Favorit.”
Vincent Kompany: “Wir haben gesehen, was Frankfurt in den letzten beiden Spielen gemacht hat und was der Trainer bei seinen vorherigen Mannschaften gemacht hat. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass wir flexibel sind im Spiel.”
Auf diese Spieler gilt es zu achten
Zwangsläufig wurde zuletzt vor allem über die gesprochen, die nicht dabei sind oder sich gerade frisch verletzt haben. Darüber konnte man beinahe übersehen, dass mit Jonathan Burkardt der lange vermisste Goalgetter zurückkehrt. In der Vorwoche noch krankheitsbedingt raus, könnte er nun ohne Anlaufzeit gleich von Beginn an spielen (müssen). Acht Tore in zehn Bundesligaspielen für die Eintracht illustrieren, welche Klasse vorne in den vergangenen Wochen gefehlt hat. Zunächst könnte Burkardt Jobsharing mit Arnaud Kalimuendo betreiben, der ebenfalls zumindest teilweise schon wieder zur Verfügung steht. Auf Sicht könnte sich daraus sogar ein kleines Luxusproblem entwickeln.
Bei den Bayern ist schwer zu übersehen, dass die Offensive in der laufenden Saison das Prunkstück ist. Allen voran Harry Kane, der sogar den Tore-Rekord von Robert Lewandowski angreifen könnte, bringt die gegnerischen Abwehrreihen immer wieder in Bedrängnis. Aber auch Luis Diaz und Michael Olise als Flügelstürmer sind das Beste, was die Liga zu bieten hat. Das Trio hat gemeinsam bereits unglaubliche 49 Saisontore erzielt – fünf mehr als der gesamte Eintracht-Kader. Für die dezimierte Frankfurter Defensive, die gerade um Stabilität ringt, wird die Partie also ein echter Härtetest.
Die Statistik des Spiels
Es gibt attraktivere Destinationen für eine Dienstreise als die Münchner Arena. Dabei ist die jüngere Historie der Eintracht gegen den Rekordmeister gar nicht so übel: In den vergangenen fünf Jahren punkteten die Hessen in der Hälfte der zehn Bundesliga-Duelle (drei Siege, zwei Unentschieden). Vielleicht erklingt die berüchtigte Münchner Torhymne (“Yabba dabba doo!”) also gar nicht so häufig.
Seit Beginn der Saison 2019/20 gewann sogar keine Mannschaft öfter gegen die Bayern als die Hessen (viermal). Kein Team traf seitdem häufiger gegen die Münchner (22 Tore in 13 Spielen). Überhaupt stehen beide Teams für Unterhaltung: In den Spielen der Bayern fielen in dieser Saison die meisten Tore, bei den Partien der Eintracht die zweitmeisten.
So verfolgen Sie die Partie
Bei sportschau.de können Sie das Spiel im Audiostream oder Liveticker verfolgen. Im Pay-TV läuft das Spiel bei Sky.




