So tickt die älteste Snowboarderin

Nach den Spielen 2010 in Vancouver war für die heute 51-Jährige Schluss mit Spitzensport. Unter anderem eine WM-Goldmedaille im Parallel-Riesenslalom und zwei WM-Silberne in Riesenslalom und Snowboardcross hatte Manuela Riegler in ihrer Karriere geholt.
Claudia Riegler feierte als bisher größten Erfolg die Goldmedaille bei der Heim-WM in Kreischberg 2010 – in derselben Disziplin wie ihre Schwester. Bei Olympia blieben beide ohne Medaille – vorerst. Denn Claudia Riegler gilt noch als voll konkurrenzfähig.
52 Jahre und sieben Monate
Beim Parallel-Riesentorlauf am Sonntag (13.00 Uhr, live in ORF1 und im Livestream auf ORF ON), ihrem insgesamt sechsten Olympiarennen, wird Riegler genau 52 Jahre und sieben Monate alt sein, keine Olympiateilnehmerin 2026 ist älter. An Motivation fehlt es ihr nicht. „Mit 30 Jahren bin ich aus allen Kadern geflogen und wurde für zu alt befunden. Das treibt mich noch heute an“, hatte Claudia Riegler im Vorfeld der Winterspiele gesagt.
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Claudia Riegler schaut den Spielen optimistisch entgegen
„Feuer, Liebe und Leidenschaft“
Schwester Manuela fiebert wie immer mit, während Claudia Riegler in Livigno sportlich im Einsatz ist, fungiert Manuela Riegler seit Jahren als Pressebetreuerin der österreichischen Skidamen – dieser Tage in Cortina, Schauplatz der Alpinbewerbe. „Sie ist so inspirierend, in dem, was sie macht. Sie hat so viel Feuer, Liebe und Leidenschaft für diesen Sport. Auch deshalb ist sie nach jetzt 31 Jahren immer noch dabei“, sagte sie über Schwester Claudia.
Ihr Antrieb? „Zu zeigen, was möglich ist und was unsere Grenzen sind, wie weit man gehen kann und was man persönlich imstande ist, zu leisten. Sie ist motivierend für viele junge, aber auch ältere Athletinnen, die ihr größten Respekt aussprechen. Aber auch in der Gesellschaft allgemein gilt sie als Vorbild“, so Manuela Riegler, in den Jahren 1999 und 2000 Weltcup-Gesamtsiegerin und Gewinnerin von zwölf Weltcup-Rennen.
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Manuela Riegler im Einsatz als Pressebetreuerin der ÖSV-Skidamen
„Ich ziehe meinen Hut vor ihr“
Was ihre Schwester weiters auszeichnet: „Sie ist eine unglaublich fleißige Trainiererin, sehr zielstrebig, und sie arbeitet ausgesprochen akribisch. Da wird nichts dem Zufall überlassen“, sagte Manuela Riegler. Was ihr jetzt in höherem Alter zugutekommt: „Sie war nie schwer verletzt, konnte ihren Plan immer durchziehen und ihr Level halten. Sie ist körperlich und mental voll fit, nur so ist Spitzensport in ihrem Alter noch möglich.“
Payer hofft auf Ende des Olympiafluchs
Claudia Riegler sei zudem überzeugt von dem, was sie macht. Der Kopf spiele dabei eine wichtige Rolle. Rückblickend motivierend war die kaderlose Zeit, als sie vermeintlich für zu alt befunden worden war. „Sie wollte selbst bestimmen, wann es für sie genug ist, und es selbst in der Hand haben, wann ihre Karriere zu Ende ist. Das war eine wichtige Zeit für sie. Chapeau, ich ziehe meinen Hut vor ihr. Ich bin stolz auf sie und darauf, dass sie sich auf ihrem Weg nicht hat beirren lassen“, sagte Manuela Riegler.
„Claudia glaubt an sich und daran, dass alles möglich ist. Genau das zeichnet sie aus.“ Und so könnte sie Vorbild für viele Sportlerinnen und Sportler in anderen Disziplinen sein. So wie US-Skistar Lindsey Vonn, die nach fünfeinhalb Jahren Pause in den Weltcup zurückkehrte und mit nun 41 Jahren wieder große Erfolge feiert. „Auch sie wollte zeigen: Das ist mein Weg, den gehe ich und lasse mich nicht davon abhalten. Genau so tickt auch meine Schwester Claudia.“



