Bundesliga: Leipzig siegt in Köln – und freut sich über den VAR

Ein Doppelpack von Christoph Baumgartner bescherte RB Leipzig in der Fußball-Bundesliga einen Sieg in Köln – der bei einer engen VAR-Entscheidung aber am seidenen Faden hing.
Der Österreicher (29., 56.) schoss am Sonntag beide Treffer zum 2:1 (1:0)-Sieg für Leipzig. Den zwischenzeitlichen Kölner Ausgleich erzielte Jan Thielmann (51.) mit einem perfekten Schuss in den Winkel. Lange Diskussionen gab es um eine elfmeterwürdige Situation, als Baumgartner einen Thielmann-Schuss vor der Linie mit der Hand klärte, Schiedsrichter Frank Willenborg mit dem VAR-Team aber in der Entstehung noch eine Abseitsposition der Kölner fand (76.).
Nach zuletzt zwei Spielen ohne Sieg rückt RB durch den Erfolg mit 39 Punkten wieder vor auf Rang vier. Köln rangiert mit 23 Punkten als Zehnter weiter im Mittelfeld. Der Abstiegs-Relegationsplatz ist allerdings nur vier Punkte entfernt.
Said El Mala scheitert früh, Romulo trifft nur den Pfosten
Beide Teams hielten sich zum Start nicht lange mit taktischem Geplänkel auf und suchten den direkten Weg nach vorn. Köln fuhr schon nach fünf Minuten einen gefährlichen Konter, als Ragnar Ache Said El Mala über halblinks schickte. Doch der Shootingstar bekam nur einen schwachen Abschluss genau auf RB-Torwart Peter Gulacsi hin.
Kurz darauf hätte es beinahe im FC-Tor eingeschlagen. Nach einem schönen Spielzug überlief David Raum auf links und legte den Ball dann zurück auf Baumgartner. Doch Torwart Marvin Schwäbe blockte die Direktabnahme noch weg. Den Nachschuss setzte Romulo an den Pfosten (6.).
Baumgartners Hinterkopf sorgt für Leipzigs Führung
Leipzig, bei dem Last-Minute-Zugang Brajan Gruda direkt in der Startelf stand, hatte die klar bessere Spielanlage und mit Antonio Nusa und Yan Diomande auf den Flügeln Spieler, die jederzeit über ihre Schnelligkeit und Dribblings für Lücken sorgten. Köln lauerte vor allem auf Konter, ließ aber auch die zweite gute Möglichkeit liegen. Wieder war es El Mala, der von halblinks frei zum Abschluss kam, den Ball aber rechts am Tor vorbeisetzte.
Eigentlich lief es insgesamt für Außenseiter Köln ganz gut, wäre da nicht die Defensivschwäche bei Standards. Bei einem Raum-Freistoß mit Zug Richtung Tor blieb FC-Schlussmann Schwäbe auf halbem Weg nach draußen stehen. Baumgartner verlängerte mit dem Kopf über Schwäbe hinweg ins Netz – 1:0. Für den FC war es das 14. Standard-Gegentor in dieser Saison.
Thielmann trifft perfekt in den Winkel
Danach verlegte sich Leipzig mehr auf Spielkontrolle, ließ Ball und Gegner laufen, sodass sich bis zur Pause nichts mehr tat. In Durchgang zwei startete Köln mutig und nach vorne orientiert. An eine Lund-Flanke kam Ache nicht richtig mit dem Kopf dran (49.). Doch kurz darauf durften die Gastgeber doch jubeln.
Nach einem Querschläger aus der RB-Abwehr setzte sich Isak Johannesson an der Strafraumgrenze gegen Nusa durch. Der Ball kam zu Thielmann und der drehte ihn von halbrechts wunderschön links oben zum 1:1 in den Winkel. Aber die Kölner Freude über den durchaus verdienten Ausgleich währte nicht lange.
Baumgartner zum Zweiten
Bei einem Pass von Xaver Schlager auf Baumgartner ging für die Kölner Abwehr und Torwart Schwäbe alles zu schnell. Der Österreicher nahm den Ball fließend mit und schoss aus der Drehung von halbrechts ins kurze Ecke die 2:1-Führung für Leipzig. Aber Köln hatte jetzt gemerkt, dass Leipzig durchaus Räume anbot und suchte weiter den Weg nach vorne: Ache rutschte nur haarscharf an einem Querpass von Johannesson vorbei (60.).
Leipzig überließ Köln das Feld, lauerte auf Konter. Die Gastgeber arbeiteten mit viel Aufwand am Ausgleich. Nach einem schnellen Angriff über rechts hatte Sebastian Sebulonsen (70.) im Strafraum eine richtig gute Abschlussposition. Doch dem Norweger versprang der Ball in der Annahme leicht, sodass er beim Schussversuch geblockt wurde.
Handspiel Baumgartner – aber kein Elfmeter
Köln blieb dran und hätte sich den Ausgleich beinahe auch verdient. Bei einem weiteren tollen Thielmann-Schuss verhinderte Baumgartner neben Torwart Gulacsi im Fallen mit der Hand das zweite Kölner Tor (76.). Doch bei den minutenlangen VAR-Untersuchungen kam schließlich heraus, dass Ache in der Entstehung beim vorherigen Freistoß Millimeter mit der Hacke im Abseits gestanden hatte.
Dass er Elfmeter gegeben hätte, gab Schiedsrichter Willenborg auch bei der folgenden Stadiondurchsage zu, erkannte aber eben auf Abseits zuvor. So blieb Leipzig in Führung und hatte auf einmal sogar den dritten Treffer vor Augen, doch ein Nusa-Schuss von halblinks klatschte nur an den Pfosten (84.).
Angetrieben von den Fans ackerte Köln auch in der neunminütigen Nachspielzeit um den einen Punkt, belohnte sich aber für einen courargierten Auftritt am Ende nicht und kassierte nach zuletzt zwei Heimsiegen wieder eine Niederlage.
Köln in Stuttgart, Leipzig im Pokal nach München
Der 1. FC Köln tritt am 22. Spieltag beim nächsten Top-Team an. Am Samstagabend (14.02.2026, 18.30 Uhr) ist der “Eff-Zeh” beim VfB Stuttgart zu Gast. Leipzig tritt zunächst am Mittwoch im Viertelfinale des DFB-Pokals zum Spitzenduell bei Bayern München an (20.45 Uhr, live in der ARD und als Livestream bei sportschau.de). In der Bundesliga geht es für die Sachsen dann am Sonntag (17.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg weiter.




